KGV Klingenwald 1 e.V.

Die gärtnerische Vielfalt im Nürnberger Norden

Monatliche Gartentipps von unserer Fachberaterin Christina

 

Bauern - Wetter - Regeln für April

 

 

April, April, der macht, was er will.
April windig und trocken, macht alles Wachstum stocken.
Bläst der April mit beiden Backen, ist genug zu jäten und hacken.
Hat der April mehr Regen als Sonnenschein, so wird's im Juni trocken sein.
Heller Mondschein in der Aprilnacht schadet leicht der Blütenpracht.
Im April ein tiefer Schnee - keinem Dinge tut er weh.
Nasser April und windiger Mai bringen ein fruchtbar Jahr herbei.
Nasser März und trockener April, kein Kräutlein geraten will.
Wenn es der Teufel will, kommt der Frost noch im April.
Wenn der April Spektakel macht, gibt's Heu und Korn in voller Pracht.

 


 Nützliche Gartentipps - April


Im April startet der Frühling richtig durch: Zahlreiche Arbeiten im Garten können jetzt angegangen werden, die für kräftigen Wuchs, volle Blüte und reichhaltige Ernte im weiteren Jahresverlauf sorgen. An allen Ecken und Enden wird im Garten gepflanzt und gesät und die ersten Aussaaten des Frühjahrs zeigen bereits Ihr Grün. 

Im Gewächshaus und im Freiland stehen die ersten Kulturmaßnahmen an. Beete werden angelegt, passende Pflanzkombinationen geplant, die richtige Erde ausgewählt. Im Nutzgarten ist der April einer der arbeitsreichsten Monate, in dem sich die neue Gartensaison hervorragend vorbereiten lässt. Damit das Gartenjahr erfolgreich beginnt und die Ernte sich sehen lassen kann, will alles gut überlegt sein. Also ran an die Arbeit! 

 

Aussaat ins vorbereitete Beet

Auf gut vorbereiteten Beeten keimen Direktaussaaten schneller und gleichmäßiger, Jungpflanzen wachsen leichter an. Sind die Flächen im Frühjahr abgetrocknet, die Beete ebenziehen und dabei größere Erdknollen zerkleinern. Danach den Boden zwei bis drei Wochen lang ruhen lassen. Ein starker Regenguss beschleunigt das Absetzen. Hat sich der Boden ungleichmäßig gesenkt, einfach kurz vorm Säen noch mal eben harken und dabei gleich die ersten Unkräuter entfernen.

Kopfsalat

Im April ausgesäter Kopfsalat reift in den heißen Monaten heran. Frühe Sorten würden in dieser Zeit in Blüte gehen und keine Köpfe bilden. Wir empfehlen deshalb Universalsorten wie ‘Dynamite’ oder Sommersorten wie ‘Kagraner Sommer’. Tipp zur Aussaat: Salatsamen keimt bei Temperaturen über 16 Grad schlecht. An heißen Tagen daher ein feuchtes Tuch über die Aussaaten legen. Sobald die ersten Sämlinge durchbrechen, muss das Tuch weg.

Zu dicht gesät? 

Überzählige Pflänzchen einfach entfernen, sobald sie sich gut greifen lassen. Denn Sämlinge, die sich gegenseitig bedrängen, reifen später und bleiben kleiner. Jeweils die kräftigsten Pflänzchen im empfohlenen Abstand stehen lassen. Vorsichtig gezogene Rettiche (Foto), Radieschen oder Rote Bete können verpflanzt werden, sofern ihre Hauptwurzel nicht verletzt wurde. Sie bilden dann ebenfalls Rüben, entwickeln sich wegen des Verpflanzschocks jedoch langsamer. Auch Mangold, Salat und Kohl lassen sich so verpflanz

Möhren und Zwiebeln in Mischkultur

Ein geläufiger Tipp gegen die Zwiebel- und die Möhrenfliege. Die Ausdünstungen der jeweils anderen Gemüseart sollen die Schädlinge abschrecken. Doch haben Möhre und gewöhnliche Zwiebel unterschiedliche Ansprüche. Die Möhre benötigt zum Wachsen in der zweiten Hälfte ihrer Kulturdauer viel Wasser, die Küchenzwiebel möchte es eher trocken. Sonst reift sie nicht aus. Deshalb sind Lauchzwiebeln die besseren Partner für Möhren! Sie sind für reichlich Wasser dankbar. Weiterer Vorteil dieser Kombination: Werden beide gleichzeitig ausgesät, ist die Lauchzwiebel um etwa 6 Wochen früher erntereif und macht den Möhren Platz, die nun noch zulegen. Wer ganz sicher gehen möchte, deckt die Beete zusätzlich mit einem Insektenschutznetz oder mit Vlies ab.

Busch-und Stangenbohnen

Da Busch- und Stangenbohnen kälteempfindlich sind, empfiehlt sich vor allem in rauen Lagen eine Vorkultur in Töpfen oder Minigewächshäusern. Die jungen Pflänzchen können dann Anfang Mai ins Gemüsebeet gepflanzt werden. Vorteil der frühen Anzucht: Wer früh sät, kann bald ernten. Außerdem sind die Jungpflanzen vor Schnecken und Bohnenfliegen sicher. Bohnen eigenen sich übrigens prima für die Mischkultur mit Zuckermais.

Wurzelpetersilie säen  

Wurzelpetersilie ist weniger bekannt als Blattpetersilie. Die weißen Wurzeln werden oft mit Pastinaken verwechselt, sind aber kleiner. Sie verleihen Suppen und Gemüsegerichten ein mildes Petersilien-Aroma. Die Sorte 'Berliner' entwickelt glatte, leicht zu schälende Wurzeln mit dünner Haut. Säen Sie Mitte bis Ende April, wenn der Boden gut abgetrocknet ist, in ein sonniges Beet mit humusreicher Erde. Stehen die jungen Pflänzchen zu dicht, auf einen Abstand von fünf bis acht Zentimetern vereinzeln. Wichtig: Während der Hauptwachstumszeit der Wurzeln, also ab Anfang bis Mitte Juni, großzügig wässern!

Obstgehölze düngen

Obstbäume und Beerensträucher sind dankbar für eine Nährstoffgabe im Frühling. Steuen Sie spätestens Anfang April auf auf jeder Baumscheibe etwa drei Liter Kompost pro Quadratmeter aus. Kompost ist als Dünger für Obstgehölze ideal, da er viel Kalium und Kalzium liefert – Nährstoffe, die für die Fruchtbildung besonders dringend gebraucht werden. Eine Ausnahme sind Heidelbeeren: Sie vertragen als Moorbeetpflanzen keinen Kompost.

Gurken und Melonen rechtzeitig vorziehen

Melonen- und Gurkensämlinge sind empfindlich und sollten nicht pikiert werden

Gurken und Melonen reagieren empfindlich auf jede Störung im Wurzelbereich. Verzichten Sie bei der Vorkultur auf das übliche Umpflanzen (Pikieren) der Sämlinge. Legen Sie pro Topf jeweils zwei bis drei Samen aus (circa zwei Zentimeter tief). Nach dem Keimen nur die stärksten Exemplare stehen lassen. Das Saatgut neuerer Snack- oder Minigurken ist relativ teuer und ein Samentütchen enthält meist nur fünf Kerne. Ziehen Sie die benötigten Jungpflanzen deshalb einzeln in kleinen Töpfen oder Topfplatten vor. Grundsätzlich gilt: Warten Sie mit dem Auspflanzen ab, bis die Setzlinge den Topf gut durchwurzelt haben.

Johannisbeeren richtig pflanzen

Setzen Sie Johannisbeeren so tief, dass der Wurzelballen fünf Zentimeter mit Erde bedeckt ist. Dadurch wird die Bildung neuer Ruten aus dem Wurzelbereich angeregt. Wenn Sie mehrere Johannisbeeren nebeneinander am Spalier ziehen möchten, pflanzen Sie die Sträucher so hoch, dass der Wurzelballen mit der Erdoberfläche abschließt, denn es sollen nur wenig neue Zweige gebildet werden. Beim Pflanzen lässt man nur die drei kräftigsten Triebe stehen und fixiert sie fächerförmig an den Spanndrähten.

Rettich aussäen

Rettiche können Sie von Frühjahr bis Herbst anbauen – über den Erfolg entscheidet aber die richtige Sortenwahl. Ab April können Frühlings- und Sommerrettiche wie die roten, weißen und rosaroten Varianten des beliebten 'Ostergruß' gesät werden.

Bohnen vorziehen

Zwiebeln stecken

Weichen Sie Steckzwiebeln vor dem Pflanzen über Nacht in zimmerwarmem Wasser ein. So bilden sie früher Wurzeln und fassen im Beet schneller Fuß. Die Zwiebeln werden gewöhnlich in Reihen gesteckt. Der Absand zwischen den Reihen sollte 15 bis 20 Zentimeter betragen. Sind alle Zwiebeln ausgebracht, häufelt man die Reihen mit der Rückseite des Rechnens etwas mit Erde an und drückt sie dann fest an..

Salat aussäen

Salatpflanzen haben eine relativ kurze Kulturzeit. Wenn Sie jetzt die ersten selbst gezogenen Jungpflanzen ins Beet umgesetzt haben, sollten Sie gleich die nächsten Salatsamen aussäen – so können Sie die ganze Gartensaison hindurch frischen Salat ernten.

Der Erdbeerblütenstecher ist unterwegs

Mit den ersten warmen Tagen im April verlässt der dunkle, nur vier Millimeter große Erdbeerblütenstecher sein Winterlager in der Bodenstreu. Die Käfer nagen den Blütenstiel unterhalb der Knospe an und legen in die später eintrocknende Knospe ein Ei ab. Ein Weibchen kann über 100 Eier ablegen und entsprechend viele Blüten schädigen. Setzen Sie jetzt zur Bekämpfung der Käfer geeignete Pflanzenschutzmittel ein.

Tomaten pikieren

Wenn Sie Ihre Tomaten in Aussaatschalen gesät haben, müssen Sie die jungen Pflänzchen vereinzeln, sobald sie die ersten richtigen Blätter entfalten. Heben Sie die Wurzeln vorsichtig mit einem speziellen Pikierholz oder dem Griffende eines Esslöffels aus der Erde und setzen Sie sie einzeln in kleine Töpfe mit Gemüseerde.

Gemüsenetze aufstellen

Mit engmaschigen Netzen schützen Sie Ihre Gemüsekulturen wirkungsvoll vor den Larven von Gemüsefliegen (Kohlfliege, Möhrenfliege, Zwiebelfliege). Bedecken Sie Pflanzen direkt nach der Aussaat oder Pflanzung mit den Netzen, um die Eiablage der Fliegen zu verhindern. Sinnvoll sind lange Bügel aus Federstahl als Netzstützen, damit die Netze nicht direkt auf den Pflanzen aufliegen. Die Randbereiche sollten Sie mit Erde oder Brettern abdichten.

Die Florfliege ist ein Nützling und hilft besonders bei der Blattlausbekämpfung

Wildbienen, Florfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen gehören zu den nützlichsten Helfern im Obstgarten. In gebündelten hohlen Holunderzweigen, kräftigen Schilfrohrstängeln oder speziellen Insekten-Nistkästen finden sie Unterschlupf.

Himbeeren und Brombeeren zurückschneiden

Bei Sommer-Himbeeren sollten Sie jetzt alle Ruten auf 1,60 bis 1,80 Meter einkürzen. Bei den Brombeere werden kurz vor dem neuen Austrieb alle abgetragenen Ruten aus dem Vorjahr auf Bodenhöhe entfernt. Nach dem Schnitt mulcht man die Himbeer- und Brombeerbeete am besten mit Rindenkompost. Wichtig: Bringen Sie die Mulchschicht erst dann auf, wenn die Frühjahrssonne die oberen Bodenschichten abgetrocknet hat.

Kohl pflanzen

Die im Gewächshaus oder Frühbeet ausgesäten Kohlpflanzen sind Anfang April normalerweise so kräftig, dass sie ins Freiland umgesetzt werden können. Setzen Sie die Jungpflanzen mit genügend Abstand: Je nach Größe und Kulturzeit brauchen die Pflanzen sowohl in der Reihe als auch zu den benachbarten Reihen jeweils 40 Zentimeter (zum Beispiel Brokkoli) bis 60 Zentimeter (zum Beispiel späte Weißkohl-Sorten) Pflanzabstand. Man setzt die Jungpflanzen recht tief, damit sie ausreichend standfest sind, und streut am besten ein wenig Algenkalk ins Pflanzloch, um der Kohlhernie vorzubeugen. Wichtig: Jährlich das Beet wechseln!

Erdbeerbeete anlegen

Für die Erdbeerpflanzung im Frühjahr kommen nur getopfte Jungpflanzen in Frage. Töpfe aus gepresstem Torf müssen Sie vor der Pflanzung unbedingt entfernen, weil die Wurzeln die feste Wand nur mit Mühe durchdringen können. Wichtig: Entfernen Sie zur Kräftigung der Pflanzen im ersten Jahr die Ausläufer und Blüten und gießen Sie die Jungpflanzen regelmäßig. Arbeiten Sie kurz vor Blühbeginn pro Quadratmeter zwei bis drei Liter nährstoffreichen Gartenkompost oder speziellen Beerendünger (Dosierung nach Packungsanweisung) rund um die Erdbeerpflanzen flach in den Boden ein.

Obstbäume: Neue Triebe herunterbinden

Gegen Ende des Monats ist bei den meisten Obstbäumen bereits ein deutlicher Neuaustrieb zu erkennen. Steil aufstrebende Neutriebe, die für den Kronenaufbau nützlich sind, sollten Sie jetzt mit Gewichten beschweren oder mit Draht in eine etwas flachere Stellung bringen. Je größer ihr Winkel zur senkrechten Achse ist, desto schwächer wachsen sie und desto früher tragen sie Blüten und Früchte.